Gesundheit und Krankenhaus

Das Thema Gesundheitsversorgung und die Situation der Krankenhäuser nimmt in diesem Wahlkampf einen wesentlichen Stellenwert ein.
Im Folgenden finden Sie ausgewählte Fragen, die ich für die Presse, sowohl für Tages- als auch Wochenzeitungen, ausführlich beantwortet habe.

  • Die medizinische und pflegerische Arbeit sehe ich auf einem hohen Niveau und die Beschäftigten leisten sehr wichtige Arbeit für unsere Gesundheitsversorgung in unserem Landkreis.
    Das derzeitige Defizit und der de facto ausgestellte Blankoscheck für die Krankenhaus GmbH belasten die Kommunen über die hohe Kreisumlage massiv und verhindern wichtige Investitionen in anderen Bereichen (z.B. Gymnasium/Realschule Penzberg). Das muss gestoppt werden. Ich halte ein Krankenhaus der Grund und Regelversorgung in Weilheim für ausreichend. Der Versuch, einen Schwerpunktversorger zu etablieren, ist angesichts der Konkurrenzsituation mit STA/ GAP/ Murnau und München nicht realistisch. Zudem fehlen die finanziellen und Mittel die baulichen Möglichkeiten am Standort Weilheim. Daher spreche ich mich klar gegen die Schwerpunktversorger-Strategie aus und für eine Begrenzung der derzeit ausufernden Kosten.

  • Ich sehe das Bayerische Gesundheitsministerium in der Pflicht, im Rahmen der Krankenhausreform endlich eine belastbare Planung vorzulegen, statt Verantwortung weiter an die Landkreise zu delegieren. Erst dadurch ist der massive Konkurrenzkampf zwischen den Standorten entstanden.
    Ein Wettbewerb um einen Schwerpunktversorger in Weilheim macht keinen Sinn. Weder die finanziellen Mittel noch die räumlichen Voraussetzungen sind vorhanden. Zudem werden wir aufgrund der Nähe zu Starnberg, Murnau, GAP und den Münchner Universitätskliniken die erforderlichen Patientenzahlen perspektivisch nicht erreichen können.
    Diesen Irrweg eines angestrebten Schwerpunktversorgers und das damit verbundene finanzielle Fass ohne Boden auf Kosten von Investitionen in Schulen sollten wir beenden
    Häuser der Grund- und Regelversorgung langfristig in Weilheim und in Penzberg zu sichern ist mein Ziel.

  • Für mich hat die Investition in die Bildungsinfrastruktur klare Priorität. Wir dürfen die Zukunft unserer Kinder nicht dauerhaft zugunsten eines einzelnen Krankenhauses opfern. Veraltete Schulcontainer am Gymnasium in Penzberg sind vor diesem Hintergrund nicht akzeptabel, zumal Penzberg rund ein Viertel der gesamten Kreisumlage trägt und damit überproportional zur Finanzierung des Landkreises und des Krankenhausdefizits beiträgt.
    Als Unternehmer habe ich gelernt, Ausgaben konsequent zu priorisieren, Einnahmen zu erhöhen und Investitionen zukunftsorientiert auszurichten. Daher spreche ich mich klar gegen einen nicht bezahlbaren Schwerpunktversorger und gegen den Landratsamtsneubau in Weilheim aus. Wir benötigen zudem eine schlagkräftige Wirtschaftsfördergesellschaft, um die Wirtschaft zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen zu erhöhen.

  • Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung bedeutet eine wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie leistungsfähige Krankenhäuser mit stationären Angeboten. Der Landkreis ist hier grundsätzlich gut aufgestellt. Priorität hat der Erhalt und die Stärkung der bestehenden Strukturen. 
    Der geplante Schwerpunktversorger in Weilheim ist weder räumlich noch personell realistisch und würde aufgrund der räumlichen Nähe zu Murnau, GAP, Starnberg und den Münchner Unikliniken eine nicht zu gewinnende Konkurrenzsituationen schaffen. Ein leistungsfähiger Grund und Regelversorger ist in meinen Augen in Weilheim ausreichend. Das Krankenhaus in Penzberg muss erhalten und gezielt weiterentwickelt werden, um die wohnortnahe Versorgung langfristig sicherzustellen. 

1. Wie beurteilen Sie den Ist Zustand der Krankenhaus GmbH? Wo sehen Sie Herausforderungen und Schwierigkeiten?Die medizinische und pflegerische Arbeit in der Krankenhaus GmbH sehe ich insgesamt auf hohem fachlichem Niveau und die Beschäftigten leisten unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr engagierte Arbeit. Die zentralen Herausforderungen sind für mich das erhebliche finanzielle Defizit durch den „Blankocheck“ für den Standort Weilheim. Diese Belastung geht insbesondere zulasten finanzstarker Kommunen wie Penzberg und schränkt den finanziellen Handlungsspielraum im gesamten Landkreis ein.
2. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen in Bezug auf die Gesundheitsversorgung der nächsten zwei Jahre?Die größte Herausforderung ist die Umsetzung der Krankenhausreform unter unklaren Steuerungsvorgaben, da sich die Bayerische Staatsregierung der Verantwortung entzieht und diese wegdelegiert hat. Der Wettbewerb um attraktive Leistungsgruppen ist dadurch nicht zentral koordiniert und birgt erhebliche finanzielle Risiken. Der Versuch, einen Status als Schwerpunktversorger zu erreichen, verursacht hohe Kosten, ohne dass in meine Augen realistische Erfolgsaussichten bestehen. Diese finanzielle Belastung ist aus meiner Sicht auf Dauer nicht tragfähig.
3. Wie beurteilen Sie die beiden Standorte Schongau und Weilheim? Wo sehen Sie Vor und Nachteile?An beiden Standorten leisten die medizinischen und pflegerischen Fachkräfte unverzichtbare Arbeit für die regionale Versorgung. Schongau ist ebenso wie Penzberg ein wichtiger Gesundheitsstandort für den Landkreis und den ländlichen Raum. Weilheim ist historisch gewachsen, stößt jedoch räumlich, infrastrukturell und finanziell an klare Grenzen. Es fehlen sowohl die baulichen Möglichkeiten als auch die finanziellen Mittel für eine umfassende Weiterentwicklung.
4. Viele Entscheidungen der Krankenhaus GmbH werden im Aufsichtsrat getroffen. Der Kreistag und die Bürgerschaft fühlen sich unzureichend informiert. Wie wollen Sie als zukünftiger Landrat besser kommunizieren?Die derzeitige Rechtsform der GmbH hat sich aus meiner Sicht nicht bewährt. Der Kreistag erhält nur unzureichende Informationen, trägt aber zugleich sämtliche Defizite mit. Ein echter steuernder Einfluss ist in dieser Konstruktion kaum möglich. Ein Krankenhaus als „kommunales Unternehmen bietet hier deutlich mehr Transparenz und Mitwirkungsmöglichkeiten für den Kreistag.Transparenz ist eine zentrale Voraussetzung für Akzeptanz und Vertrauen. Als Landrat würde ich auf eine frühzeitige, nachvollziehbare und kontinuierliche Information des Kreistags und der Öffentlichkeit setzen. Wichtige strategische Entscheidungen müssen offen erklärt und sachlich begründet werden. Ergänzend halte ich regelmäßige öffentliche Informationsformate für erforderlich, um Anliegen, Erwartungen und Kritik aus der Bürgerschaft systematisch aufzunehmen.
5. Eine große Sorge ist das Defizit der GmbH und die Belastung des Kreishaushalts. Was ist Ihr Ansatz zur Begrenzung des Defizits?Das derzeitige Defizit und der de facto ausgestellte Blankoscheck belastet die Kommunen über die hohe Kreisumlageanteil und verhindert wichtige Investitionen in anderen Bereichen (z.B Schulen, Turnhalle etc.). Dies ist so nicht dauerhaft vertretbar. Ich halte ein Krankenhaus der Grund und Regelversorgung in Weilheim für ausreichend. Der Versuch, einen Schwerpunktversorger zu etablieren, ist angesichts der Konkurrenzsituation, insbesondere mit Starnberg, weder infrastrukturell noch finanziell realistisch oder hat in meinen Augen realistische Erfolgsaussichten. Daher spreche ich mich klar gegen diese Strategie aus.
6. Die Geburtenstation in Schongau ist seit 2023 stillgelegt. Wie wollen Sie langfristig mit dieser Situation umgehen?Die Schließung der Geburtenstation ist eine sehr bedauerliche Entwicklung. Ähnliche Erfahrungen haben wir auch in Penzberg gemacht. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie wichtig eine sichere geburtshilfliche Versorgung mit fachärztlicher Anbindung an Neonatologie und Intensivmedizin ist. Ohne diese Voraussetzungen sehe ich aktuell keine tragfähige Lösung, auch wenn der Bedarf unbestritten ist.
7. Können Sie sich eine 24 7 Notfallaufnahme in Schongau vorstellen und wie könnte diese umgesetzt werden?Eine verlässliche Notfallversorgung ist für unverzichtbar. Ich kann mir eine 24 Stunden Notfallaufnahme in Schongau grundsätzlich vorstellen. Voraussetzung dafür wären strukturelle Anpassungen und eine Neuordnung der Aufgabenverteilung innerhalb des Klinikverbunds, insbesondere am Standort Weilheim.
8. Das Krankenhaus Penzberg gehört nicht zur GmbH. Wie bewerten Sie diese Sonderstellung?Die aktuelle Konstellation ist sachlich schwer vermittelbar. Das Krankenhaus Penzberg wird über den Landkreis Starnberg finanziert, der damit zugleich Einfluss auf Patientenströme in den eigenen Klinikverbund nehmen kann. Gleichzeitig trägt die Stadt Penzberg über ihre hohe Kreisumlage mit rund 30 Prozent einen erheblichen Anteil an den Defiziten der Krankenhausstandorte im Landkreis Weilheim-Schongau, insbesondere in Weilheim.Solange die medizinische Versorgung in Penzberg gesichert ist, muss diese Situation nüchtern analysiert und langfristig fair gelöst werden. Aus meiner Sicht gehört dazu auch eine angemessene Beteiligung des Landkreises Weilheim-Schongau an Defiziten, um die Krankenhausversorgung am Standort Penzberg dauerhaft und verlässlich abzusichern.
9. Wie beurteilen Sie die Gesundheitsversorgung im Landkreis im Vergleich zu umliegenden Landkreisen?Der Landkreis verfügt mit den Standorten Schongau, Weilheim und Penzberg grundsätzlich über eine solide Versorgungsbasis. Der Vergleich mit den umliegenden Landkreisen zeigt jedoch, dass Gesundheitsversorgung stärker regional und über Landkreisgrenzen hinweg gedacht werden muss. Eine bessere Abstimmung ist erforderlich, um Doppelstrukturen zu vermeiden und bestehende Versorgungslücken gezielt zu schließen. In der Verantwortung sehe ich hier klar die Bayerische Staatsregierung, die die Gesundheitsversorgung insbesondere im ländlichen Raum strategisch steuern und koordinieren muss.
10. Die Staatsregierung plant Einschränkungen bei Bürgerentscheiden zur Gesundheitsversorgung. Wie stehen Sie dazu?Diese Pläne lehne ich klar ab. Bürgerentscheide sind ein zentrales Instrument demokratischer Mitbestimmung. Wenn politische Entscheidungen keine Akzeptanz finden, ist das ein Auftrag an die Politik zur besseren Kommunikation und inhaltlichen Auseinandersetzung. Eine Einschränkung demokratischer Rechte ist dafür der falsche Weg.
11. Was wären Ihre ersten Schritte als neu gewählter Landrat in Bezug auf die Krankenhaus GmbH?Als erstes würde ich einen verbindlichen und auch einzuhalten Kostendeckel einfordern und eine ehrliche Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Tragfähigkeit am Standort Weilheim vornehmen. Der Fokus muss stärker auf einer stabilen Grundversorgung liegen, mit einer ausgewogenen Stärkung der Standorte Schongau und Penzberg und einer klaren finanziellen Disziplin am Standort Weilheim. Der Standort Weilheim darf nicht auf Kosten der gesamten Gesundheitsversorgung und des Landkreises auf Biegen und Brechen in Richtung Schwerpunktversorger weiterentwickelt werden – diesen Wettbewerb können wir nicht gewinnen und uns finanziell nicht leisten. Daher spreche ich mich gegen einen Schwerpunktversorger und für ein Haus der Grund- und Regelversorgung in Weilheim aus.