Wirtschaft und ÖPNV

1. Das Thema Wirtschaft liegt mir als Startup Gründer, Geschäftsführer und Unternehmensberater besonders am Herzen. Unser Land und unsere Region befinden sich in einer anspruchsvollen Transformationsphase, die Arbeitsplätze und Lebensstandard unter Druck setzt.
Zudem bin ich der Auffassung, dass das konservativ geführte Rathaus und Landratsamt in den vergangenen Jahren nicht ausreichend Maßnahmen in der Wirtschaftsförderung ergriffen haben, um kleine und mittelständische Unternehmen gezielt zu unterstützen und die Transformation unserer Wirtschaftsregion aktiv zu gestalten.
Wir verfügen über zahlreiche innovative mittelständische Unternehmen in der Region sowie über einen bedeutenden Leuchtturm im Penzberger Nonnenwald. Sich jedoch auf Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen, macht uns aus meiner Sicht nicht zukunftsfähig und sichert keine nachhaltigen Arbeitsplätze. Wir brauchen eine schlagkräftige Wirtschaftsfördergesellschaft außerhalb des Landratsamts, die Wirtschaftsförderung zusammen mit den Unternehmen umsetzt und nicht verwaltet. Eine Fördergesellschaft, die als Plattform für unsere Unternehmen dient, die Transformation aktiv begleitet und die Region gezielt weiter entwickelt. Ich orientiere mich an Vorbildern in Starnberg, Martinsried oder dem Medical Valley in Erlangen resp. Tuttlingen.

2. Auch das Thema ÖPNV hat im aktuellen Wahlkampf einen hohen Stellenwert, da es aufgrund der angespannten finanziellen Lage des Landkreises zu weiteren Angebotsreduzierungen kommt.

Im Folgenden finden Sie ausgewählte Fragen, die ich für die Presse, sowohl für Tages als auch Wochenzeitungen, ausführlich beantwortet habe.

  • Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze sowie unseren hohen Lebensstandard. Eine starke Wirtschaft braucht strategischen Weitblick, unternehmerisches Denken und verlässliche Rahmenbedingungen. Dafür benötigt es eine neue, schlagkräftige Wirtschaftsförderung im Landkreis in einer Gesellschaft außerhalb des Landratsamts gebündelt werden. 
    Dem Fachkräftemangel kann nur ganzheitlich begegnet werden. Dazu gehören gute Bildungsangebote, zum Beispiel eine FOS oder BOS in Penzberg, eine enge Verzahnung von Schulen, Ausbildung und Unternehmen, bezahlbarer Wohnraum sowie eine moderne Infrastruktur. Ebenso notwendig sind schnellere und digitale Verwaltungswege im Landkreis, zügigere Entscheidungen und eine stärkere Serviceorientierung im Landratsamt. Gleichzeitig braucht es wieder Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen. Wirtschaftliche Stärke, Beschäftigungssicherung und solide Finanzen gehören dabei untrennbar zusammen.

  • Die wirtschaftliche Lage im Landkreis erfordert pragmatisches Handeln statt Symbolpolitik oder zusätzlicher Bürokratie. Für mich ist eine schlagkräftige Wirtschaftsfördergesellschaft, angesiedelt außerhalb des Landratsamts, ein zentraler Hebel. Mit klarer strategischer Ausrichtung und unternehmerischem Handeln soll sie gemeinsam mit den Unternehmen die Wirtschaftsregion aktiv weiterentwickeln.
    Die Fördergesellschaft dient als Plattform für Unternehmen, Hochschulen und Kommunen und unterstützt gezielt die Transformation des Mittelstands, etwa bei Gewerbeansiedlungen, Neugründungen, Altersnachfolge, Technologietransfer, Standortmarketing oder dem Aufbau eines Innovationszentrums „Medical Valley“ in Penzberg. 
    Wirtschaftliche Stärke ist für mich die Grundlage für sichere Arbeitsplätze, stabile Einnahmen und Investitionen in Bildung, Infrastruktur und kommunale Daseinsvorsorge. 


  • Für mich haben die Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landkreises höchste Priorität. 
    Bildung ist die Grundlage für die Zukunft unserer Kinder, für ein selbstbestimmtes Leben und für sozialen Aufstieg durch eigene Leistung. Unsere Kinder haben beste Lernbedingungen verdient. Schulgebäude sind aber sanierungsbedürftig, teils baufällig und überlastet. Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander, weil jahrelang auf Kosten der Zukunft unserer Kinder gespart wurde.

    Geld, das wir als Landkreis ausgeben oder investieren wollen, muss zuerst verdient werden. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Unternehmen gestärkt werden, um Arbeitsplätze zu sichern und den Landkreis zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Für eine Entwicklung des Wirtschaftsstandorts braucht es strategisches Denken und unternehmerisches Handeln. Daher setze ich mich für die Gründung einer agilen Wirtschaftsfördergesellschaft nach dem Vorbild unserer Nachbarlandkreise ein. Sie soll Wirtschaft und Kommunen enger vernetzen, regionale Unternehmen gezielt unterstützen und die Verantwortung für eine proaktive Wirtschaftsförderung tragen. Das sorgt für Stabilität, stärkt die Region, verbessert die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen und eröffnet den Menschen vor Ort neue Zukunftsperspektiven.


  • Der zunehmende Individualverkehr spiegelt für mich die Lebensrealität im Landkreis wider und ist per se nichts Negatives. Viele Menschen sind beruflich, familiär und ehrenamtlich eingebunden, müssen lange Wege zurücklegen und benötigen flexible Mobilität. Die Ursache für den steigenden Autoverkehr liegt weniger in Bequemlichkeit, sondern in einem ausgedünnten und oft unzuverlässigen öffentlichen Nahverkehr.
    Ziel muss es daher sein, den ÖPNV so zu gestalten, dass er im Alltag eine echte Alternative darstellt.

    Ich setze auf einen bedarfsgerechten Ausbau statt auf starre Linienkonzepte. Flexible Angebote wie das bewährte Rufbussystem und Mitfahrmöglichkeiten sollen gezielt eingeführt und ausgebaut werden. 

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die bessere Verknüpfung von Bus, Bahn und Individualverkehr. Bike-and-Ride Anlagen an Bahnhöfen und wichtigen Knotenpunkten und Radwegeverbindungen müssen ausgebaut werden. 

    Mein Ansatz ist pragmatisch. Der Individualverkehr wird im ländlichen Raum auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Aufgabe der Politik ist es, den öffentlichen Nahverkehr dort zu stärken, wo er sinnvoll, zuverlässig und alltagstauglich genutzt werden kann und keine partei-ideologisch geprägten Ideen oder Verbote auf dem Rücken der Menschen in der ländlichen Region durchzusetzen.

  • Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau muss die Realität des ländlichen Raums berücksichtigen. Mobilität ist Voraussetzung für Teilhabe, Arbeit und Lebensqualität. Der ÖPNV sollte durch engere Taktzeiten, den zweigleisigen Ausbau wichtiger Bahnstrecken und eine stärkere Einbindung in den MVV, insbesondere in den Zonen 5 und 6, deutlich attraktiver werden. 
    Ergänzend braucht es bedarfsorientierte Rufbusse für Randzeiten und kleinere Orte. Park and Ride Anlagen sowie sichere, durchgängige Radwegverbindungen zwischen Gemeinden, Bahnhöfen und Arbeitsplätzen stärken die Verknüpfung der Verkehrsmittel. Bus, Bahn, Fahrrad und Auto müssen dabei sinnvoll zusammengedacht werden.

  • Die Verantwortung für den Schienenverkehr liegt bei Bund, Freistaat und der Deutschen Bahn. Wir brauchen daher endlich politischen Druck für den zweigleisigen Ausbau, Halbstundentakt und höhere Betriebsstabilität. Die Anpassung der MVV-Tarifzone auf Zone 5/6 im östlichen Landkreis würde den ÖPNV und die Kochelseebahn attraktiver für Pendler machen.
    Zusätzlich müssen die Busverkehre neu gedacht werden. Bedarfsorientierte Rufbussysteme können kleinere Gemeinden flexibel anbinden. Park-and-Ride-Knotenpunkte sowie sichere Radverkehrsverbindungen müssen wir konsequent auszubauen. Die Finanzierung erfordert klare Prioritäten. Mittel lassen sich nur gewinnen, wenn auf kostenintensive Projekte wie der Schwerpunktversorger in Weilheim mit de facto Blankoscheck verzichtet wird und Investitionen konsequent auf die Infrastruktur im gesamten Landkreis ausgerichtet werden.